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Unsere Osterpolenfahrt ☃️☃️❄️ 2018

Die Fahrt scheint schon so lange her und ein bisschen surreal, wenn ich nun hier im T-shirt sitze und die Sonne durchs Fenster strahlt, aber es ist wirklich erst eine Woche vergangen – na gut eine Woche und ein Tag

Wir sind Ostersonntag kurz nach 5 Uhr morgens zu dritt ( Ina, Christine – nach längerer Pause und ich ( Jenny ) ) auf unsere erste Polenfahrt dieses Jahr gestartet. Es war eine Winterfahrt wir sind durchs verschneite Meck.-Pom. gefahren, bei Schnee, Schneeregen und Kälte.

Trotzdem sind wir super durchgekommen und waren schon mittags am Tierheim in Przyborowo. Hier lag kein Schnee mehr, aber es wehte ein so eisiger Wind, das man kaum atmen konnte. Wanda erwartete uns schon sehnsüchtig, Sie war total heiser – fast Stimmenlos – und hatte auch ansonsten eine dicke Erkältung, aber trotzdem hatte sie ganz viel zu erzählen und wir sassen eine Stunde ohne Heizung – die war ausgefallen – in ihrem Container.

Wanda erwartete nachmittags Familienosterbesuch und so verabredeten wir uns für Ostermontagmorgen in ihrem neuen Tierheim, wo wir auch die Spenden abladen wollten.

Nachmittags waren noch Alicia und eine Helferin neben uns Dreien im Tierheim, wir alle dick eingepackt, ansonsten kein Mensch.

Für uns war es ein sehr sehr emotionaler Nachmittag, all die Hunde – zur Zeit ca. 400 – die in ihren Zwingern in der Eiseskälte teils zitternd sassen und einfach nur warteten – auf ein liebes Wort, auf eine Streicheleinheit, darauf, dass sie endlich mitgenommen werden.

Zu allererst haben wir uns unsere vier Hunde angesehen und kennengelernt und ihnen schon versprechen können, dass sie es morgen geschafft haben und ein neues Leben auf sie wartet.

 

Tosia und Kropka waren erst vor Kurzen kastriert worden und trugen noch ihre Bodys, damit sie nicht an die Nähte kommen. Die beiden Kleinen wirkten so verloren in ihren Zwinger. Karmel war im Einzelzwinger und war nur am Bellen und am Gitter „auf und ab rennen “ . Er war noch nicht wirklich zugänglich und total gestresst. Latek gehörte zu den Hunden, die einfach nur an der Tür sassen und zitterten. Uns fiel gleich sein vernarbtes Gesicht auf – er wird schon einiges erlebt haben und war aber schon so kuschelig und dankbar für die Streicheleinheiten.

Wir machten dann einen ganz ausführlichen Rundgang, irgendwann merkte man die Kälte nicht mehr, nur unsere Finger und Füße waren schon ganz erfroren. Die Liste der Hunde, nach denen wir Fragen wollten, wurde immer länger. Ganz doll ans Herz gegangen sind uns dort 2 alte Hunde. Ein einäugiger ganz alter Tricolor Rüde, der es nicht mehr schaffte aus eigener Kraft aufzustehen. Ich musste ihm helfen und auch dann fand er nicht mehr alleine den Weg durch die Lucke nach drinnen, so dass ich ihn auch hier leiten musste. Er war nur noch Haut und Knochen. Ebenso sein Nachbar, ein alter Jagdhund, bei dem man jede Rippe sehen konnte. Solche alten Hunden gehören behütet und geliebt auf ihren letzten Abschnitt an die warme Heizung – ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie man sich fühlt, wenn man dort vor Ort ist. 🙁

❤ Unser allergrösster Respekt gehört all den Menschen, die dort Tag für Tag für die Tiere da sind, kein Frei, kein Luxus, nach wie vor gibt es im Tierheim nicht mal ein Klo mit fliesend Wasser oder gar eine Dusche. Hochachtung euch allen, liebe Alicia, liebe Magda und all euch anderen Engeln der Tiere. ❤

Ostermontag trafen wir uns um 8 Uhr mit Wanda in ihrem neuen Tierheim – auch hier leben schon 130 Hunde. Hier hat sie die ganzen kleineren Hunde untergebracht. Viele Handicaphunde sind dabei, mehrere Hunde, die Schienen in den Beinen tragen,einäugige Hunde, blinde Hunde. Ganz viele kleine Seniorenhunde leben hier. Wir waren erschlagen von den ganzen traurigen Geschichten. Eine kleine Hündin hat uns auch hier besonders berührt – die kleine Lapka mit nur 3 Beinen. Diese Hündin hat soooo unenlich sanfte Augen, die vergisst man nicht. Dieser kleinen Hündin hat Ina schon fest versprochen, sie so schnell wie möglich nachzuholen.

Dieses Tierheim hat noch festen Besuchszeiten und es gibt noch keine Volontäre hier, so dass die Hunde hier keine Spaziergänge geniessen – noch nicht um so wichtiger ist die Vorstellung der Hunde auf den Internetplattformen in Polen.

Eine treue Helferin hat Wanda hier. Maria ist über 70 Jahre alt und ist jeden Tag hier um den Katzenbereich zu betreuen und auch etliche der kleinen Hunde zu versorgen. Auch hier können wir uns nur verneigen für dieses Engagement voller Liebe und Fürsorge.

Frauen wie Maria sind wahre Engel.